Ich bin Trader: unbewusst kompetent im Trading


In den vergangenen Wochen haben wir die ersten drei Stufen im Lernprozess auf dem Weg zum profitablen Trader erklommen (Teil 1 & Teil 2 & Teil 3) .


Die letzte Stufe, die es nun zu erklimmen gilt umfasst die der unbewussten Kompetenz.


Auf diesem Level ist es möglich seine Handelsstrategie einfach durch zu handeln, völlig automatisiert, unterbewusst und größtenteils in der „Zone“ befindlich.


Beim Trading handelt es sich für den Trader um einen nahezu natürlichen Prozess, wie bspw. Essen und Trinken oder aber etwas griffiger Auto fahren und hier das Anfahren an einer Ampel am Berg, bei welcher man neben dem Kuppeln, Schalten, Radio hören und einem angeregten Gespräch mit der Lebensgefährtin/dem Lebensgefährten ohne das Auto abzuwürgen, einfach losfährt.


Durch kontinuierliches Wiederholen und Üben des Handelsprozesses, ist es, wie beim Autofahren auch, möglich, dass du deine profitablen Entscheidungen einfach umsetzt.


Möglich wird das dadurch, dass dir der Handelsprozess in Fleisch und Blut übergegangen ist.


Das Interessante in diesem Zusammenhang ist, dass es sich tatsächlich um etwas „unbewusstes“ handelt und es sehr schwer fällt die angehäuften Fähigkeiten an Dritte weiterzuvermitteln, aber auch sein Handeln anschließend zu analysieren.


(Um sich das besser vorstellen zu können, versuche doch einmal den gesamten Prozess des Fahrens zu deiner Arbeitsstelle detailliert und schrittweise aufzudröseln (also wirklich jedes Detail: ins Auto setzen, Zündschlüssel einstecken und umdrehen, Schulterblick, Blinken, etc.). Während dir das mit Sicherheit nicht sehr leicht fallen wird, könntest du dich jetzt einfach anziehen, den Autoschlüssel nehmen und zu deiner Arbeitsstelle fahren - ohne nachzudenken).


Vergleichbar ist das mit dem Zustand des „Flows“ oder des Befindens in der Zone, wie im Artikel HIER charakterisiert.


Gerade deshalb ist es auch kein Zufall, dass profitable, erfolgreiche Trader in ihren Vorträgen und Coachings immer wieder die Wichtigkeit des Führens eines Trading Journals hervorheben:


  • Auf dem Weg zum profitablen Trading unterstützt einen ein penibel geführtes Trading Journal dabei, Fortschritte in seinem Lernprozess zu machen, mehr von dem zu tun, was funktioniert und weniger von dem, was nicht funktioniert

  • Hat man den Schritt zum profitablen Trader gemacht und bewegt sich in seinem Trading größtenteils in seiner Zone und agiert aus seinem Unterbewusstsein heraus, ist die penible Dokumentation seines Handelns nicht nur nötig, um potentielle Fehler zu identifizieren. Zudem gilt es Strategien zu entwickeln, wie man seine Zone immer wieder und wieder erreichen kann und das im Bereich der unbewussten Kompetenz angesammelte Wissen optimal abrufen zu können.

An dieser Stelle wird übrigens ein Problem offenbar, welches ich in meinem Buch "Trader – Der Weg zur profitablen Handelsstrategie – in jedem Markt" häufig herausgestellt habe: tiefliegende Konflikte lassen sich nicht durch Techniken wie das „Induzieren von rationalem Denken“ lösen.


Wenn sich nämlich erstmal eine bestimmte (falsche) Handelsweise in den Bereich der unbewussten Kompetenz bewegt hat, bspw. „Ich setze keine Stopps, weil ich hierdurch nicht ausgestoppt werden kann und einen Verlust nicht realisieren muss“ und auf diesen (falschen) Glaubensgrundsatz immer wieder und wieder beim Trading zurückgegriffen wird, ist es unglaublich schwer, diesen (falschen) Glaubensgrundsatz aufzubrechen und „zu reparieren“, da dieses Verhalten fälschlicherweise intuitiv als „richtig“ wahrgenommen wird.


Hier zeigt sich sehr gut, warum du selbst Demo-Trading ernst nehmen solltest: von Beginn an zu versuchen, richtige Glaubensgrundsätze für sich zu formulieren und sich bewusst „richtiges“ Trading anzueignen, ist sehr wichtig, da eine Umkehrung einer bewusst erlangten „Kompetenz“ sehr schwierig und langwierig sein kann.


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