DAX, Dow und Korrelationen: wie der kleine Bruder dem großen folgt


In diesem Blog-Artikel wollen wir uns dem Zusammenspiel zwischen dem deutschen Leitindex DAX und dem US-amerikanischen Aktienindex Dow Jones widmen.


Zu Beginn noch einmal einige Details zum DAX und zum Dow:



DAX ist kurz für „Deutscher AktienindeX


Der DAX setzt sich zusammen aus den 30 größten und (bezogen auf die Streubesitz-Marktkapitalisierung) liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes.


Der Index-Stand ergibt sich aus der gewichteten Marktkapitalisierung der Einzeltitel und ist ein rein mathematisches Konstrukt.


Die Haupthandelszeit im DAX ist von 9 Uhr bis 17:30 Uhr.


Diese Haupthandelszeit ergibt sich durch XETRA.


XETRA („eXchange Electronic TRAding“) ist ein börslicher Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse, der mit einem Marktanteil von 75 Prozent im Aktienhandel und bei börsengehandelten Fonds (ETF) zum bedeutendsten Börsenhandelsplatz Deutschlands (Stand 2020) gehört.


Die Preise auf XETRA sind Basis zur Berechnung des bekanntesten deutschen Aktienindex DAX.


Wie bereits eingangs geschrieben, ergibt sich der DAX-Index-Stand aus der gewichteten Marktkapitalisierung der in ihm gelisteten Einzeltitel und es sich um ein rein mathematisches Konstrukt handelt, sprich: um den XETRA-DAX zu handeln müsste ich ein entsprechend gewichtetes Portfolio der Einzeltitel handeln.


Beispiel: stellen wir uns einfach mal vor, wir hätten 100.000 Euro, mit dem wir den DAX abbilden wollen.


Um diesen abzubilden, müssten wir im Gegenwert von 4860 Euro Adidas-Aktien kaufen, im Gegenwert von 7930 Euro Allianz, usw.


Da das ziemlich teuer ist, bietet es sich an den DAX als Future, ETF oder CFD zu handeln.


Nun ein Blick auf den Dow Jones:


wer der täglichen Börsenberichterstattung folgt, wird häufig mit dem „Dow“ oder „Dow Jones“ konfrontiert.


Während Trader häufig vom „Dow“ oder auch „Dow Jones“ sprechen, meinen sie in der Tat den „Dow Jones Industrial Average“, der von den Gründern des Wall Street Journals und des Unternehmens Dow Jones, Charles Dow und Edward Jones, im Jahre 1884 geschaffen wurden.


Dieser an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistete Index ist einer der ältesten, noch bestehenden Aktienindizes und setzt sich heute aus 30 der größten US-Unternehmen zusammen.


Anders als der DAX ist der Dow ein Preisindex was dazu führt, dass der Dow nicht wirklich die Volkswirtschaft der USA hinsichtlich der diese ausmachenden US-Unternehmen abbildet.


Das bedeutet konkret: das Gewicht eines einzelnen Unternehmens im Dow Jones wird durch den Preis bestimmt.


Das führt aktuell zum Beispiel dazu, dass ein neues im Dow gelistetes Unternehmen, SalesForce, mit einem Aktienkurs von über 250 USD, im Dow zur viertgewichtigsten Aktie wird und somit ein höheres Gewicht einräumt als Microsoft, ein Unternehmen, was mit seiner aktuellen Marktkapitalisierung von 1.6 Billionen Dollar rund sechsmal so groß ist wie Salesforce.


Während der Dow Jones für uns als Trader also täglich sehr attraktive Handelsgelegenheiten bietet und besonders ab 17:30 Uhr auch beim Trading des DAX näher betrachtet werden sollte, gibt es unter Börsianern nicht selten recht kontroverse Diskussionen hinsichtlich der Aussagekraft rund um einen der bekanntesten Aktienindizes der Welt.


In diesem Zusammenhang sollten wir eventuell noch einmal zurück auf den DAX kommen, dort werden einige Trader und Börsianer sicherlich auch mahnend den Zeigefinger erheben:


demnach ist Deutschland sicherlich die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist und mit einem jährlichen Bruttoinlandsprodukt von etwa 3.95 Billionen USD im Jahr 2018 weltweit Platz 4 hinter den USA, China und Japan belegt hat.


Wenn man dann allerdings auf die gesamte Marktkapitalisierung des DAX mit aktuell rund 985 Milliarden Euro oder grob gesprochen „etwas weniger als eine Billion Euro“ blickt, ist auch die Frage gerechtfertigt, inwiefern der DAX die deutsche Volkswirtschaft realistisch abbildet.


Aber ob global-makroökonomisch gerechtfertigt – DAX und Dow sind unter uns Tradern sehr attraktiv, teilen einige große Ähnlichkeiten bspw. im Hinblick auf Kursentwicklungen.


Trader sprechen in diesem Zusammenhang von „positiver Korrelation“.


Grundsätzlich definiert man Korrelation dadurch, dass man die Stärke einer statistischen Beziehung von zwei Variablen zueinander misst.


In unserem Fall sind diese zwei Variablen der DAX und Dow Jones, die positiv zueinander korreliert sind oder sehr pauschal:


Wenn der eine steigt, sollte auch der andere steigen und umgekehrt.


Das lässt uns zu den bereits etwas früher erwähnten Haupthandelszeiten im DAX kommen:

während nämlich rein technisch die Haupthandelszeit im DAX der XETRA-Zeitraum zwischen 9 und 17:30 Uhr liegt, wird man bei genauerer Betrachtung feststellen, dass es aktivere Handelszeiten Intraday gibt und weniger aktive.


Tatsächlich kann man erkennen, dass die volatilste und "selbst-bestimmteste" Zeit im DAX die Zeit zwischen 9 und 11:30 Uhr morgens ist.


Die Mittagszeit ist dann ruhiger und ab 14:30 Uhr nachmittags, allerspätestens ab 15:30 Uhr, wenn die Glocke an der Wallstreet läutet, ist der DAX primär abhängig von den Entwicklungen am US-amerikanischen Aktienmarkt und somit auch vom Dow Jones.


Das bedeutet für aktive DAX-Daytrader, dass man auch stets einen Blick auf die Entwicklungen am US-amerikanischen Aktienmarkt haben sollten und diesen immer beiläufig ebenfalls beobachten.


Allerdings ist das nur eine grobe Richtlinie.


Was ich damit meine ist folgendes: für den MetaTrader4/5 gibt es ein kostenloses Erweiterungs-Tool namens „Supreme Edition“, welches man sich bei diversen Brokern herunterladen kann (z.B. hier).


In dieser Supreme Edition findet sich ein Expert Advisor namens „Korrelations-Matrix“.


Diese Korrelations-Matrix lässt sich beliebig individualisieren und verschiedene Basiswerte miteinander vergleichen und auf Korrelationen überprüfen.


Stellt man im Falle zweier Basis-Werte, zum Beispiel dem DAX und Dow, eine hohe positive Korrelation fest (farblich orange bzw. rot hervorgehoben), dann ist das eine sehr wertvolle Information in Bezug auf das Risiko-Management: wenn ein Trader nämlich in zwei positiv miteinander korrelierten Märkten plant eine gleichgerichtete Position einzugehen, kann das in einem höheren Risiko für das gesamte Handelskonto resultieren, denn: wir handeln schließlich zwei Werte, die in die gleiche Richtung streben, was also nicht zwei diversifizierte Trades, sondern ein „großer“ Trade ist.


Diese Überlegung sollte auch Berücksichtigung finden, wenn man im DAX z.B. eine Long-Position hat und zeitgleich im Dow Jones eine Short-Position.


Da DAX und Dow sich gemeinhin im Gleichschritt bewegen, ist man im übertragenen Sinne gehedgt, sprich: das Konto bewegt sich, wenn überhaupt nur geringfügig, eine Aufwärtsbewegung im DAX wird durch die zeitgleiche Short-Position im Dow „ausgeglichen“.


Konkret auf mein persönliches Trading angewendet bedeutet das aber nicht, dass ich im Falle einer DAX-Long-Position den Dow, ausgehend von einem gelieferten Short-Signal, dann nicht Short trade.


Ich verfahre in meinem Trading in der Tat so, dass ich meine Positionen im DAX und Dow „unabhängig“ voneinander trade, sprich:


es kann sein, dass ich morgens im DAX eine Short-Position halte, die ich mit in den US-Handel nehme, wo ich dann parallel einen Dow-Long-Trade, natürlich basierend auf meiner Handelslogik eingehe.


Wer sich hier nun fragt, wie das profitabel sein kann: nun, ich habe per se ein „asymmetrischesRisikoprofil, sprich: ich verdiene im Gewinnfall grundsätzlich mehr, als ich im Verlust-Fall verliere.


Im Falle einer gleichgerichteten Position (um beim Beispiel zu bleiben: DAX Short und dann auch Dow Short) und einem für mich laufenden Markt, sehe ich mich einem „Outperformance“-Tag gegenüber, der einen überprozentual hohen Gewinn im Gewinnfall verspricht.


Auf der Kehrseite würde ich natürlich zweimal jeweils 1R verlieren, wenn ich in beiden Trades ausgestoppt werden.


Aber genau dieses Verlustpotenzial gilt es für mich als Trader und somit Risiko-Manager vorher abzustecken, auf meine persönliche Risikopräferenz abzustimmen und dann gibt es im übertragenen Sinne „kein Problem“. 😊


In der Tat ist auch nicht unbedingt gesagt, dass bspw. ein DAX Long/Dow Short Trade nicht in beiden Fällen profitabel sein kann (auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist).


Während DAX und Dow definitiv Phasen mit sehr hoher, positiver Korrelation haben, gibt es aber eben auch Phasen, wo diese deutlich weniger stark gegeben ist.


Obige Grafik zeigt zum Beispiel die Korrelation der letzten 500 Tage: die Korrelations-Matrix zeigt hier eine +96 und ist tiefrot oder anders: es gibt eine stark positive Korrelation, steigt der DAX, steigt der Dow und umgekehrt.


Schauen wir uns jetzt aber mal die letzten 500 Stunden an, sieht das Bild anders aus: die Korrelationsmatrix wirft einen Wert kleiner 60 ist, schwingt auf orange.


Das bedeutet, es gibt Ähnlichkeiten zwischen Positionen im DAX und Dow, diese sind aber nicht so stark ausgeprägt wie bei einem "roten Wert".



Der Grund dafür ließe sich darin finden, dass der DAX tatsächlich zwischen 8 und 15 Uhr ein „Eigenleben“ hat, sich erst danach an der Kursentwicklung US-amerikanischer Märkte orientiert.


Oder es handelt sich um Entwicklungen ausgehend von unterschiedlichen Haltungen der zuständigen Notenbanken, also der EZB und FED.


Was aber auch immer der Grund ist: es gilt als Trader auf jeden Fall aufmerksam zu bleiben und es als nicht in Stein gemeißelt anzusehen, dass DAX und Dow positiv zueinander korreliert sind.


Dieser Blog-Artikel findet sich auch noch einmal in einem Podcasts gemeinsam mit Admiral Markets:



Dass dieser Podcast mit Admiral Markets entstanden ist, ist kein Zufall: Admiral Markets bietet sowohl für den DAX, als auch den Dow Jones für aktive Trader ein sehr attraktives CFD-Trading-Angebot.

Zum Testen kann man ein Demo-Konto HIER herunterladen.

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