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Der ultimative Leitfaden zum Aktien Daytrading 1

Aktualisiert: 4. Sept.


Glühbirne Geldmünzen

Kann man mit Aktien Daytrading Geld verdienen? Was ist nötig, um konstante Gewinne zu erzielen?

Wie fängt man am besten an?


Wenn Du gerade mit dem Trading beginnst, wirst du dir vermutlich genau diese Fragen stellen – und diese solltest Du dir auch stellen!


Ich weiß ganz genau wie Du dich fühlst und wie mein bester Freund zu vielen Lebensfragen, die ich ihm im Laufe unserer gemeinsamen Jahre gestellt habe, sagen würde: „Ich war da schon…“ 😉


Die Sache ist die: es gibt im Trading keinen konkreten Startpunkt, wo man anfangen sollte – und genau das macht es zu Beginn der Karriere im Trading auch so schwer.


Gefühlt ist es noch gar nicht so lange her, dass ich da war, wo du jetzt bist (ok, es ist gut 20 Jahre her (Stand 2023), aber Zeit ist bekanntlich relativ…😊).


Auch für mich war Trading zu Beginn ein Buch mit 7 Siegeln. Wenn ich so drüber nachdenke, wusste ich noch nicht einmal, was ein „Candlestick“ war – und diese begleiten mich nun seit Beginn meiner Trading-Karriere jeden Tag!


Es hat viel Zeit gebraucht, viel Schmerz, Schweiß, gefühlt unendlich viele Stunden, Sackgassen in die man geraten ist und aus denen man sich hat wieder herausgraben müssen, um dann an der richtigen Stelle im Labyrinth des Tradings abzubiegen.


Ich habe unzählige Bücher gelesen, Videos geschaut, Blog-Artikel gelesen, Stunden vor dem Chart verbracht und mich anderen Leidensgenossen ausgetauscht – und es hat sich für mich gelohnt.


Ich saß nun vor einiger Zeit, an einem Samstagabend, eine Zigarre und ein Glas Rum genießend auf dem Balkon, schaute der Sonne beim Untergang zu und fragte mich, wie wohl meine Söhne, sollten sie sich jemals entscheiden ihr Glück an der Börse zu versuchen, vielleicht sogar wie ich Trader zu werden, anfangen würden – und da entschied ich mich einen Leitfaden für Trading-Anfänger zu verfassen und ihnen ein wenig Proviant mit auf ihre dann, in meinen Gedanken beginnende Reise zu geben.


Diesen Leitfaden, mit hoffentlich vielen Antworten auf deine Fragen zu Beginn deiner Trading-Karriere hälst Du jetzt in deinen Händen.


Ich will ehrlich sein: ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich diesen Leitfaden zu Beginn meiner Laufbahn zur Hand gehabt hätte.


Seit über einem Jahrhundert widmen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten teilweise ihr ganzes Leben dem Suchen und Finden von Strategien, um an den Börsen der Welt Geld aus den Märkten zu ziehen, primär in Aktien.


Während die Zeit nie still stand und der technologische Fortschritt sich seinen Weg gebahnt hat, die Arbeitsweise von Tradern rund um den Globus, nicht nur in Bezug auf ihr Trading, sondern auch in Bezug auf ihren Lifestyle insgesamt und die Auswirkungen dieses auf ihr Schaffen an der Börse geändert hat, so sind die grundlegenden Wahrheiten über Angebot und Nachfrage immer die gleichen geblieben.


Was auch immer dich motiviert hat, dich mit dem Thema Trading zu beschäftigen, ob es

  • der SNB-Crash im Januar 2015 war und Du mit Devisen begonnen hast, schon länger dabei bist, aber immer noch deinen Weg suchst,

  • die GameStop- und AMC-Saga zu Beginn des Jahres 2021 war oder

  • vielleicht auch erst der zu Beginn des Jahres 2023 angestoßene Hype im Bereich „Künstliche Intelligenz“ und der von diesem Hype mit Volatilität gesegneten Aktien

Dein Ziel ist es, sich in dieser komplexen Welt der globalen Finanzmärkten zurecht zu finden.


Und das erfordert viel Fleiß, Arbeit, Mut und Geschicklichkeit.


Jetzt aber die gute Nachricht: man kann Trading lernen!


Und es ist egal, ob Du mit einem kleinen Sparkonto als Student oder Auszubildender beginnst, gleich mit einem größeren Handelskonto, weil Du in einem anderen Lebensbereich bereits eine erfolgreiche Karriere durchlaufen hast oder Du dir vielleicht einen Track Record aufbauen möchtest, um an einem Prop Trading Desk vorstellig zu werden:


Jeder, wirklich jeder, braucht ein solides, gutes und fundiertes Verständnis der Grundlagen im Trading.


Und genau diese Grundlagen soll dir dieser Leitfaden vermitteln, hier ein Überblick über die entsprechenden Bereiche, die wir im ersten Teil dieses Leitfadens abdecken wollen:


Inhalt

Ok, genug der Einführung, los geht’s!


Wichtige Aktien Daytrading Begriffe


Auch der Aktienhandel hat seine eigene Sprache. Lass uns daher zunächst einige dieser Begriffe aufschlüsseln, damit Du die Sprache der Trader auch verstehen kannst und weißt, was gemeint ist.


Die Sprache von uns Tradern ist eigentlich ganz einfach und selbst, wenn Du im ersten Moment nicht verstehst, wovon die Rede ist, wirst Du mit der Zeit ein ganz natürliches Gefühl für diese entwickeln und aus dem Zusammenhang erkennen, wovon die Rede ist – auch deshalb, weil wir an späteren Stellen des Leitfadens auf diese Begriffe immer wieder zurückkommen.


Lass uns also auf die, meiner Einschätzung nach, 12 wichtigsten Begriffe im Aktien Daytrading schauen:


1. Aktie

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft darstellt. Kaufst Du eine Aktie, erwirbst Du einen Teil des jeweiligen Unternehmens.


2. Marktkapitalisierung

Hierbei handelt es sich um den Gesamtmarktwert der ausstehenden Aktien eines Unternehmens. Man berechnet die Marktkapitalisierung eines Unternehmens, indem Du die ausstehenden Aktien des Unternehmens mit dem aktuellen Marktpreis der Aktie multiplizierst.

  • Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung werden oft als Large Caps bezeichnet;

  • solche mit mittlerer Marktkapitalisierung werden als Mid Caps bezeichnet,

  • solche mit geringer Marktkapitalisierung werden als Small Caps bezeichnet.

3. Bullenmarkt/Bärenmarkt

Ein Bullenmarkt bezieht sich auf ein Marktumfeld, in dem die Preise steigen und ein weit verbreiteter Optimismus den Markt innerhalb eines Aufwärtstrends weiter aufwärts treibt.


Warum man das als „Bullen“-Markt bezeichnet geht auf die Vorstellung zurück, dass die Bullen mit ihren Hörnern von unten nach oben stoßen, also „aufwärts“.

Umgekehrt bezieht sich ein Bärenmarkt auf ein Marktumfeld, in dem die Preise fallen und ein weit verbreiteter Pessimismus den Markt innerhalb eines Abwärtstrends nach unten treibt.


Und warum man das als „Bären“-Markt bezeichnet fragst Du? Weil Bären mit ihrer Pranke von oben nach unten schlagen. 😉


4. Bid und Ask (bzw. Geld und Brief)

Der Bid bzw. die Geldseite zeigt die Marktteilnehmer an, die die jeweiligen Aktien zu einem bestimmten Preis kaufen wollen (diese Marktteilnehmer haben das Geld, um zu kaufen).


Der Ask bzw. die Briefseite zeigt die Marktteilnehmer an, die die jeweiligen Aktien zu einem bestimmten Preis verkaufen wollen (diese Marktteilnehmer wedeln im übertragenen Sinne mit dem zu verkaufenden Brief bzw. Papier).


Genau wie bei einer Auktion repräsentieren das höchste Gebot bzw. der höchste Geldkurs und der niedrigste Briefkurs den internen Markt, auf dem die meisten Geschäfte bzw. Umsätze getätigt werden.


5. Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen dem höchsten Geldkurs und dem niedrigsten Briefkurs. Tatsächlich ist der Spread eine nicht zu unterschätzende Komponente im Zusammenhang mit besonders kurzfristigem Trading/Daytrading, spiegelt er doch die Kosten eines Trades neben den zu zahlenden Kommissionen wider.


Ein weiter Spread spiegelt ein illiquides Marktumfeld wider und der Trade muss sich weiter für einen Trader in die richtige Richtung bewegen, um die Transaktion mit einem Profit abzuschließen, sprich: wir suchen nach Möglichkeit ein Umfeld hoher/höherer Liquidität, um unsere Kosten in unserem Handel zu reduzieren und auch die mit einem Trade einhergehenden Risiken (einfach: ist wenig Liquidität verfügbar/der Spread breiter, haben wir ein erhöhtes Risiko die Position nicht zum gewünschten Kurs verlassen zu können).


6. Volumen

Hierbei handelt es sich um die Anzahl der Aktien, die in einem bestimmten Zeitraum gehandelt wurden. Ein hohes Volumen deutet oft auf ein großes Interesse an einer bestimmten Aktie hin und vice versa.


7. Liquidität

Dies bezieht sich darauf, wie leicht eine Aktie gekauft oder verkauft werden kann, ohne dass sich dies auf ihren Preis auswirkt.


Hohe Liquidität bedeutet, dass die Aktie leicht gehandelt werden kann, man also schnell und zum gewünschten Preis in einen Trade ein- und aussteigen kann. Du wirst im Zusammenhang mit dem Begriff Liquidität auch häufig etwas von Marktbreite (viele Marktteilnehmer, die zu einem bestimmten Preis kaufen wollen) und Markttiefe (viel zur Verfügung stehende Aktien zum Kauf bzw. Verkauf zum jeweiligen Kurs) hören.


Zurückkommend auf den zuvor eingeführten Begriff „Spread“: ein enger Spread und ein hohes Volumen sind zwei Faktoren, die auf eine hohe Liquidität hinweisen können. Umgekehrt: ein weiter Spread und ein niedriges Volumen können auf eine geringe Liquidität in der jeweiligen Aktie hinweisen.


8. Volatilität

Mit der Volatilität wird gemeinhin die Schwankungsbreite innerhalb einer Aktie oder auch des jeweils betrachteten Marktes insgesamt bezeichnet. Genauer gesagt ist Volatilität das Ausmaß der Preisbewegungen pro Zeiteinheit. Hochvolatile Aktien sind z.B. solche mit extremen Auf- und Abwärtsbewegungen und großen Intraday-Handelsspannen.


9. Fundamentalanalyse

Bei der Fundamentalanalyse handelt es sich um eine Finanzanalyse, die aus Unternehmensdaten betriebswirtschaftliche Kennzahlen ableitet und untersucht, den angemessenen Börsenkurs von Wertpapieren zu ermitteln und Kursbewegungen „vorherzusagen“ bzw. entsprechende Handelsentscheidungen in Bezug auf eine Aktie zu treffen.


10. Technische Analyse

Die Technische Analyse ist eine andere Form der Finanzanalyse. Die Technische Analyse untersucht die Kurs- und Umsatzhistorie von bspw. Aktien und fokussiert sich somit auf die tatsächliche Handelsaktivität in der jeweiligen Aktie oder des Gesamtmarktes anhand von identifizierten Mustern und/oder Trends in Charts.


11. Stop-Loss-Order

Hierbei handelt es sich um einen an einen Broker erteilten Auftrag, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen, wenn sie einen bestimmten Preis erreicht. Der Stop Loss hat als vornehmliches Ziel, den Verlust einer sich gegen den Trader bewegenden Position zu begrenzen.


12. Long- und Short-Positionen

Gehst du in einer Aktie „Long“ bedeutet das, dass Du die Position in Erwartung steigender Kurse eingegangen bist.


Umgekehrt bedeutet „Short“ gehen in einer Aktie, dass Du von fallenden Kursen in der Aktie ausgehst.


Besonders jener Aspekt, eine Position in Erwartung fallender Kurse einzugehen mag im ersten Moment seltsam anmuten, denn: wie will man etwas verkaufen, was man gar nicht besitzt? Hierauf werden wir an späterer Stelle im Leitfaden eingehen, es handelt sich bereits vorwegnehmend um ein Konzept, was man als „Leerverkauf“ bezeichnet.


Was ist Aktien Daytrading


Bestimmt hast Du dir schon einmal die Börsennachrichten im Fernsehen angeschaut und dich gefragt: „Wie kann man eigentlich durch aktiven Börsenhandel bzw. Daytrading mit Aktien Geld verdienen?“


Nun, mit der richtigen Strategie im entsprechenden Marktumfeld und Verständnis der Marktdynamik geht das. 😊


Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Aktienhandel um den Kauf und Verkauf von Aktien börsennotierter Unternehmen. Händler wollen von den Schwankungen der Aktienkurse profitieren, indem sie zu niedrigeren Kursen kaufen und zu höheren Kursen verkaufen.


[Ein kleiner Einschub an dieser Stelle:

Da ich ein wenig mehr Erfahrung am Aktienmarkt und auch in meiner Tätigkeit als Trader habe, möchte ich diese Stelle nutzen, dir einen wertvollen Tipp zu geben: irgendwann wirst Du mal in einer geselligen Runde sein und man wird dich fragen, was dein Job ist. Wenn Du dann antwortest „(Day-)Trader“, wird es mindestens einen Teilnehmer in der Runde geben, der mit Dir auf Konfrontation gehen möchte und Dich dahingehend herausfordert, doch bitte den gesellschaftlichen Mehrwert zu erläutern, auf steigende oder fallende Kurse bzw. Kursdifferenzen an der Börse zu spekulieren.


Deine Antwort sollte dann in die Richtung gehen, dass Du ihm erläuterst, dass Du ein Liquiditätsanbieter bist. Du bist im übertragenen Sinne das Öl, was ein Motor (in unserem Fall der Wirtschaftsmotor) benötigt, um reibungslos zu laufen und um Wohlstand für unsere Gesellschaft zu schaffen.


Jene Kurse zu denen Du und deine Mitstreiter an der Börse bspw. eine Aktie kaufen, welche Gründe Dich auch immer dazu führen, sind Kurse, zu denen andere Marktteilnehmer ihre Aktien verkaufen wollen – und umgekehrt.


Du trägst als Trader somit einen unschätzbaren Wert zur Feststellung fairer Preise am Markt bei, um innerhalb des Wirtschaftskreislaufs Kapital an die besten (=effektivsten) Stellen zu allkoieren.


Lass Dir nichts anderes suggerieren oder einreden – ohne uns Trader wäre die Welt wesentlich ärmer und schlechter dran. 😉]


Es gibt zwei Arten von Positionen, die ein Trader eröffnen kann: Long- und Short-Positionen.


Trader können eine Aktie kaufen, indem sie einen Kaufauftrag erteilen und so von einem Kursanstieg durch den Verkauf der Aktie profitieren. Um dies zu veranschaulichen, stell dir einfach vor, du gehst auf einen Flohmarkt (oder auch eBay) und findest die Karte eines Pokémon-Charakters, von der Du ausgehst, dass Du Sie zu einem höheren Kurs an einen Sammler aus deinem näheren Umfeld verkaufen kannst.


Umgekehrt versuchen Trader, die sich Short positionieren, von fallenden Kursen zu profitieren. Das läuft dann so, dass sich der Trader die jeweilige Aktie beim Broker leiht, verkauft zu einem späteren Zeitpunkt dann zurückkauft und dem Broker „zurückgibt“ – Trader sprechen in diesem Zusammenhang vom „Eindecken einer Short-Position“.


Das fällt etwas schwerer sich vorzustellen, aber wir wollen es trotzdem versuchen: stell dir einfach vor, du leihst dir ein seltenes Comic eines Freundes aus – und verkauft es einem Dritten.


Einige Zeit später (und bevor dich dein Freund erinnert, ihm doch bitte das ausgeliehene Comic zurückzugeben), siehst du das gleiche Comic bei einem Händler, der das Comic zu einem Preis unter deinem Verkaufspreis anbietet – Du kaufst es zurück und gibst deinem Freund den Comic zurück.

Aber: das bloße Kaufen und Verkaufen sind nur die Spitze des Eisbergs. Um eine Chance zu haben, im Verlauf vieler Trades profitabel zu sein, müssen wir zunächst verstehen, was wir kaufen und verkaufen und was Aktien bewegt.


Aktien verstehen


Was ist eine Aktie? Besitze ich etwas, wenn ich eine Aktie kaufe?


Aktien repräsentieren einen Bruchteil des Eigentums an einem Unternehmen. Wenn Du eine Aktie kaufst, besitzt Du tatsächlich einen Teil des jeweiligen Unternehmens, ja.


Stell dir vor, Du machst einen Garagenverkauf oder hast einen Limonadenstand, so wie Du das schon einmal in den USA gesehen hast.


Durch die Ausgabe von Aktien verkaufst Du im Wesentlichen kleine Teile deines Limonadengeschäfts. Die Menschen, die diese Aktien kaufen werden hierdurch zu Aktionären und sind nun ebenso wie Du am Erfolg deines Limonadenstandes beteiligt.


Als Aktionär hast Du zwei Möglichkeiten, Rendite auf dein eingesetztes Kapital bzw. dein Investment zu erzielen: via Dividenden und via Kapitalgewinnen.


Dividenden werden dadurch generiert, dass Unternehmen einen Teil ihrer Gewinne als eine Art „Dankeschön“ für deine Investition an dich als Aktionär ausschütten. Mit Dividenden lässt sich ein stetiger Einkommensstrom generieren, der vor allem für Anleger und langfristige Investoren einer Aktie relevant ist.


Kapitalgewinne werden durch den Verkauf von Aktien zu einem höheren Preis erzielt als jenen, den Du bezahlt hast. Aktive Trader konzentrieren sich hauptsächlich auf die Erzielung von Erträgen aus Kapitalgewinnen, denn genau darum geht es beim Trading: Du versuchst aus Schwankungen des Aktienkurses Kapital zu schlagen. Die Leistung eines Unternehmens beeinflusst natürlich seinen Aktienkurs.


Zurückkommend zu unserem Beispiel: wenn dein Limonadenstand anfängt, die beste und leckerste Limonade der Stadt anzubieten und die Gewinne in die Höhe schießen, werden die Investoren des Limonadenstands, die Inhaber der Aktien wahrscheinlich eine Wertsteigerung erleben.


Auf der Kehrseite: wenn die von dir verkaufte Limonade nicht schmeckt und immer weniger Leute die Limonade kaufen, also die Gewinne bzw. Umsätze sinken, wird auch der Wert der ausgegebenen Aktien eher sinken.


Im Falle von Aktien-basierten Unternehmen werden diese Zahlen zum Umsatz und Gewinn vierteljährlich der Öffentlichkeit gemeldet, was als Quartalsbericht bezeichnet wird.


Letztlich, und das ist sehr wichtig und sollte man sich stets ins Gedächtnis rufen: die Kursbewegung einer Aktie hängt von der Angebots- und Nachfragedynamik am Markt ab. Wenn die Nachfrage nach einer Aktie das Angebot übersteigt, wird der Preis steigen, und wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, wird der Preis fallen. Das ist ein unumstößlicher Fakt.


Oder etwas plumper gesprochen: genauso, wie der Preis deiner Uber-Fahrt steigt, wenn es regnet, weil jetzt jeder ein Auto rufen möchte, steigt der Aktienkurs, wenn jeder die Aktie kaufen will.


Kommen wir in diesem Zusammenhang mal auf die mediale Berichterstattung von den Börsen dieser Welt, sei es vom Frankfurter Börsenparkett oder der Wallstreet in New York: hast Du dir schon einmal diese Berichterstattung angeschaut und den Reporter schwärmen hören, wie der Gewinn von Unternehmen xyz sprudelt, nur um dann am nächsten Handelstag zu sehen, wie die jeweilige Aktie einbrach?


Was auf den ersten Blick keinen Sinn zu machen scheint, ist bei genauerer Betrachtung, wenn man sich die Dynamik von Angebot und Nachfrage anschaut logisch und nachvollziehbar: wenn ein sehr großer Akteur (z.B. ein Investmentfonds) aus einer Aktie aussteigen möchte, muss es keinen fundamentalen Grund oder eine Nachricht bzw. Quartalsbericht für diese Entscheidung geben.

Der Investmentfonds kann einfach die aktuell positive Stimmung nutzen, um sich von einem Großteil seiner Position trennen, eventuell weil er ein vielversprechenderes Unternehmen ausgemacht hat, in welches er für seine Investoren investieren möchte. Übersteigt dann das Angebot der Aktien die Nachfrage durch den Quartalsbericht und die positiven Nachrichten, fällt die Aktie.


Unsere Aufgabe als Trader ist es, diese Dynamik zu unserem Vorteil zu nutzen. Als Trader identifizieren wir den Kauf- oder Verkaufsdruck und die hieraus resultierende, ansteigende Volatilität, die wir nutzen, um Geld zu verdienen.


Der Aktienmarkt


Wer etwas kaufen und verkaufen möchte, braucht einen Marktplatz. Die Börse fungiert als Marktplatz für Käufer und Verkäufer von Aktien, ganz ähnlich einem Auktionshaus.


So wie Du bei einer Auktion für ein wertvolles Kunstwerk oder einen Oldtimer bietest, bieten Trader auch für Aktien. Der Handel mit diesen Aktien findet an Marktplätzen, sogenannten Börsen wie der New York Stock Exchange (NYSE) oder NASDAQ statt, Börsen, an denen die Aktien 1000er Unternehmen notiert sind.


Hast Du dich schon einmal über die Hunderte von Tickersymbole wie AAPL, GOOG, AMZN, TSLA oder INTC auf den Finanznachrichtenkanälen gewundert und dich gefragt, wie Du diesem ganzen Chaos folgen kannst?


Was wir tun können ist, Aktien z.B. in Indizes zu gruppieren, um all diese Informationen leicht zu verstehen.


Dazu greifen wir auf Indizes wie den Dow Jones Industrial Average, den S&P 500, den NASDAQ 100 und den Russell 2000 zurück, die Momentaufnahmen der Marktentwicklung bieten.


Diese Indizes verfolgen eine Auswahl von Unternehmen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten (Wenn du mehr zu diesen US-Aktienindizes erfahren möchtest, empfehle ich dir den Blog-Artikel „Der Börsenplatz USA – ein Blick auf Dow Jones, S&P500 und Nasdaq100“).


Wir als Trader betrachten diese Indizes als Puls des Aktienmarktes, wichtige Barometer für die allgemeine Gesundheit und wirtschaftliche Trends. Wenn diese Indizes steigen, wird oft davon ausgegangen, dass es der Wirtschaft gut geht. Wenn sie fallen, könnte dies auf einen wirtschaftlichen Abschwung hindeuten.


Der Dow Jones Industrial Average, traditionell als „der Dow“ bezeichnet, besteht aus 30 der größten börsennotierten US-Unternehmen. Stell dir den Dow als eine Art „Highlight-Reel“ vor, das eine Auswahl einiger der größten und einflussreichsten Unternehmen in den USA darstellt. Wir können diesen Index über den Ticker DIA handeln.


Der S&P500 umfasst 500 der größten US-Unternehmen aus verschiedenen Sektoren und bietet einen umfassenden Überblick über die Gesundheit der US-Wirtschaft. Aufgrund seiner Konzentration auf ein breites Branchenspektrum und seiner hohen Marktkapitalisierung wird der S&P oft als die genaueste Darstellung des gesamten US-Aktienmarktes angesehen. Wir können diesen Index über den Ticker SPY handeln.


Der Nasdaq100 umfasst 100 der größten inländischen und internationalen Nicht-Finanzunternehmen, die an der NASDAQ notiert sind. Da der Bereich Technologie einen erheblichen Anteil am Index hat, dient dieser Index als verlässliches Barometer für die Performance des Technologiesektors. Es ist zu beachten, dass eine Aktie gleichzeitig in mehreren Indizes gelistet sein kann. Apple (Ticker: AAPL) ist beispielsweise im Dow, dem S&P und dem Nasdaq100 vertreten. Wir können diesen Index über den Ticker QQQ handeln.


Der Russell2000 konzentriert sich im Gegensatz zu seinen Pendants auf 2000 kleinere und mittlere, aufstrebende US-Unternehmen. Da es sich bei diesen Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung häufig um risikoreichere, volatilere Einzeltitel handelt, wird der Russell oft als Barometer für Spekulation und Risikobereitschaft an der Börse angesehen. Wir können diesen Index über den Ticker IWM handeln.


Welcher Broker ist für Aktien Trading der richtige?


Das ist vermutlich die mir am häufigsten gestellte Frage im Zusammenhang mit dem Thema Trading. Und die Vielzahl von Brokern und Handelsplattformen lässt besonders Anfänger nicht selten völlig überfordert zurück.


Und in der Tat ist es selbst für mich an einem solch neutralen Ort sehr schwer, eine abschließende Antwort zu liefern, weil in Bezug auf die genutzte Handelsplattform bspw. der Geschmack individuell ist („Das Auge isst bekanntlich mit“), aber auch ausgehend von der angebotenen Handelssoftware, über die Gebührenstruktur bzw. die Kosten, das angebotene Produkt-Portfolio (nicht jeder Broker bietet Zugang zu jeder Aktie, das gilt ganz besonders hinsichtlich der Möglichkeit, die Aktie leer zu verkaufen) oder auch den Schwerpunkt der angebotenen Aktien (manche Broker konzentrieren sich auf US-Aktien, andere wiederum besonders auf deutsche Aktien, usw.)


Anders als in den USA allerdings sind in Europa auch Derivate auf Aktien wie z.B. CFDs eine näheren Blick wert, ganz besonders hinsichtlich der Möglichkeit Aktien zu shorten (tatsächlich kann in Bezug auf einige Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Möglichkeit zu einem Leerverkauf bestehen, weil man sich die Aktie beim jeweiligen Broker nicht leihen kann, aber ein CFD-Broker kann die Möglichkeit eines Shorts auf die Aktie via eines CFDs anbieten, wo man im übertragenen Sinne „nur“ auf die Kursdifferenz spekuliert und keine realen Aktien involviert sind, die Transaktion rein in Cash abgewickelt wird)


Allerdings gilt es auch im Zusammenhang mit CFDs näher hinzuschauen, ganz besonders im Hinblick auf die anbietenden Broker: sind diese vollständig reguliert, wie schaut es mit der Einlagensicherung aus, usw. Darüber hinaus kann es auch sein, dass CFDs steuerlich besonders behandelt werden (was übrigens auch für Optionen innerhalb Deutschlands gelten kann).


Lange Rede, kurzer Sinn: es gibt nicht DEN Broker fürs Aktien Trading.


Setzt Du mir an dieser Stelle die Pistole auf die Brust und zwingst mich etwas zu sagen, würde ich dir folgende drei Aktien-Broker nennen (die Reihenfolge hat nichts mit der Präferenz meinerseits oder einem Ranking zu tun, ist einfach nur der Formatierung im Dokument geschuldet, ich hätte auch 1., 1., 1. schreiben können), allerdings ohne Gewähr und Du müsstest selber schauen, welcher sich ausgehend von deiner individuellen Situation eignet:

  • Interactive Brokers

  • FreeStoxx

  • ViTrade

Im Bereich CFDs will ich das Gleiche tun, nur das ich hier 5 Broker nennen möchte, da die Auswahl im deutschsprachigen Raum hier für Daytrader etwas größer ist:

  • Admiral Markets

  • XTB

  • Markets.com

  • IG

  • CMC

Ganz besonders als Anfänger solltest Du bei deinen Recherchen in Bezug auf den richtigen Broker für dich als aktiver Trader/Daytrader immer die folgenden Aspekte in den Mittelpunkt stellen und beim jeweiligen Broker in Erfahrung bringen:


1. Wie schaut es mit den Handelsgebühren/Kommissionen aus? Gibt es ab einem bestimmten Handelsvolumen Rabatte?


2. Wie schaut es in Bezug auf die Qualität der Orderausführung aus, sprich: wie schnell werden im Durchschnitt die Orders ausgeführt? Wie groß ist der Anteil positiver und negativer Slippage? (Blog-Artikel „Was ist Slippage?“)


3. Wie schaut das Angebot zu shortender Aktien aus?


4. Bietet der Broker einen Hebel in Bezug aufs Trading an (besonders im Daytrading)?


5. Wie schauen die Gebühren in Bezug auf Positionen aus, die über Nacht gehalten werden?


6. Welche Data Feeds werden zu welchen Kosten angeboten (z.B. Level 2, aber auch Echtzeitkurse von den jeweiligen Handelsplätzen wie NYSE, NASDAQ, AMEX, etc.)?


7. Bietet der Broker eine Anbindung an einen externen Anbieter eines Trading Journals bzw. bietet selbst eine Funktion, seine Trades zu dokumentieren, detailliert nachzubetrachten, etc.? (FYI: zwecks Trading Joural nutze ich Tradervue, Edgewonk und FXBlue)


8. Welche Anbindungen an externe Dienstleister, die z.B. professionelle Trading- oder Charting-Software anbieten gibt es? (ein externer Anbieter einer Trading-Software wie z.B. DAS Trader Pro ermöglicht über seine Software zu handeln, während der Broker die Abwicklung der Trades übernimmt, man aber nicht über dessen Software handeln müsste (z.B. weil einem diese optisch nicht zusagt oder die persönlichen, kognitiven Stärken nicht ausreichend unterstützt))


Neben einem Broker und einer entsprechenden Trading-Software nutze ich, aber auch nahezu jeder andere, professionelle Trader den ich kenne, eine externe Charting-Software.


Das bedeutet allerdings nicht, dass die weiter oben genannten Broker nicht bereits sehr gute Charting- und Analyse-Möglichkeiten bieten: diese sind zum Teil sehr gut, liefern fantastische Charting-Pakete, eine Vielzahl von Indikatoren, Automatisierungsmöglichkeiten, Möglichkeiten Watchlists zu erstellen, Alarmlinien zu setzen, Analysen, usw.


Dennoch nutze ich persönlich TradingView, aber es gibt darüber hinaus auch eine Vielzahl weiterer Option, hier eine nicht erschöpfende Liste:


1. TradingView

2. TC2000

3. eSignal

4. Stockcharts.com

5. MarketSmith


Und abschließend: es gibt darüber hinaus viele kostenlose Tools im Internet, die nicht zu unterschätzen sind und einen näheren Blick wert, z.B. TradingTerminal.com


Wie man Aktien handelt - Orderarten


So, nachdem du jetzt also deinen Broker für dich bzw. dein Aktien Trading gefunden hast und die richtige Charting-Plattform, die Plattform runtergeladen hast, stehst Du vor deinem ersten (Demo-)Trade.


Hierzu müssen wir uns erstmal die verschiedenen Order-Arten, die ein Broker anbietet, anschauen und verstehen.


Grundsätzlich gilt erstmal, dass es zwei verschiedene Order-Arten gibt: Market Orders und Limit Orders.


Market Orders

Diese Orders werden sofort zum besten verfügbaren Preis ausgeführt. Erinnern wir uns diesbezüglich an die weiter oben thematisierte Auktion: wenn jemand für eine Aktie 60 US-Dollar bietet, kannst Du dieses Angebot annehmen und die Aktie für 60 US-Dollar kaufen, indem Du eine Market Order erteilst.


Das Wichtigste, was Du bei der Aufgabe einer Market Order berücksichtigen musst: deine Order wird zum nächstbesten Kurs am Markt ausgeführt, abhängig davon, welches Angebot gerade gemacht wird und das kannst Du vorher nicht wissen.


Das bedeutet anders: reicht die jeweilige Liquidität nicht aus oder es kommt dir jemand zuvor und das nächste Angebot für die Aktie liegt bei 60.03 USD, dann wird deine Order erst zu 60.03 USD ausgeführt.


Market Orders sind ein schneller Weg eine Aktie zu kaufen bzw. zu verkaufen, egal zu welchem Kurs. Im übertragenen Sinne willst Du rein oder raus, koste es, was es wolle.


Limit Orders

Wenn Du ein genaues Kursniveau vor Augen hast, zu welchem Du deine Aktie kaufen bzw. verkaufen möchtest und das garantiert, dann solltest Du mit Limit Orders arbeiten.


Denn genau das tut eine Limit Order: sie legt einen bestimmten Preis fest, zu dem Du bereit bist, die Aktie zu kaufen oder zu verkaufen. Im Gegensatz zu Marktaufträgen, die sofort zum besten verfügbaren Preis ausgeführt werden, werden Limit Orders nur dann ausgeführt, wenn die Aktie das von dir vorher festgelegte Kursniveau erreicht hat oder besser.


Wenn du also beispielsweise eine Aktie kaufen möchtest, jedoch nicht für mehr als 50 US-Dollar, würdest Du eine Buy Limit Order zu 50 USD aufgeben. Solltet der nächste, verfügbare Preis bei 49.97 USD liegen, dann würdest du zu diesem ausgeführt, denn Du wolltest zu 50 USD oder besser kaufen. Wird die Aktie zu 50.01 USD gehandelt, erhältst du keine Ausführung.


Das kann besonders im Falle einer ungünstigen Kursentwicklung ein Problem darstellen, wenn Du aufgrund einer ungünstigen Kursentwicklung, die deine Einschätzung für die Aktie verändert und Du diese nicht mehr haben möchtest bzw. im Falle eine Short-Position nicht mehr von weiter fallenden Kursen ausgehst.


In diesem Fall möchtest Du raus – und zwar zum nächstbesten Preis, was uns zur nächsten wichtigen Order-Art führt…


Stop-Orders / Stop-Loss-Orders

Eine Stop Order (ganz besonders eine Stop Loss Order, aber auch eine Buy Stop Order oder eine Sell Stop Order) löst eine Market Order zum Kauf oder Verkauf einer Aktie aus, sobald diese einen bestimmten Preis, den sogenannten Stop-Preis, erreicht hat.


Wenn Du beispielsweise eine Long-Position in einer Aktie hältst und für diese 40 USD gezahlt hast und sagst, Du bist bereit einen potenziellen Verlust von 5 US-Dollar pro Aktie zu akzeptieren, könntest Du eine Stop-Loss-Order bei 35 Dollar platzieren. Wenn die Aktie unter 35 Dollar fällt, wird deine Stop-Order zu einer Market-Order zum Verkauf, wodurch Du dann zum nächstbesten, verfügbaren Kurs aus der Aktie aussteigst.


Das bedeutet anders: Du hast keine Garantie mit einem Verlust von 5 USD pro Aktie aus deiner Position befördert zu werden, ein schnelles Marktumfeld, nicht ausreichend Liquidität, usw. könnten dazu führen, dass Du erst zu 34.50 USD ausgeführt würdest.


Natürlich könntest Du auch deine Stop Order limitieren, was im Falle eines Stop Loss aber nicht zu empfehlen ist…


Stop-Limit-Orders

Diese Orders sind eine Kombination aus Stop-Orders und Limit-Orders. Sobald der Stop-Preis erreicht ist, wird die Stop-Limit-Order zu einer Limit-Order zum Kauf oder Verkauf zu einem bestimmten Preis oder besser. Dadurch hast Du mehr Kontrolle über den Preis, zu dem dein Trade ausgeführt wird. Wie bei einer normalen Limit-Order besteht jedoch das Risiko, dass die Order überhaupt nicht ausgeführt wird, wenn der Aktienkurs nach Erreichen des Stop-Preises vom angegebenen Limit-Preis abweicht.


Nehmen wir zum Beispiel an, Du legst eine Stop-Limit Order auf 55 USD, was bedeutet, dass Du zu 55 USD ausgeführt werden möchtest oder besser, aber dass nur, sobald der Preis 55 USD erreicht.


Ist der nächstbeste Kurs 55.01 USD und handelt nie zurück auf 55 USD, wird deine Order zwar aktiviert, aber eben nicht ausgeführt.


Nachdem wir nun die verschiedenen Order-Arten kennengelernt haben (die ebenfalls eine schier unendliche Menge an verschiedenen Kombinationen beinhalten kann und von einigen Brokern angeboten werden, aber sich im Kern immer auf die zwei Schlüssel-Orderarten Market und Limit Order runterbrechen lassen), wollen wir uns noch einmal an unsere weiter oben gemachte Definition in Bezug auf Liquidität erinnern bzw. an die Marktbreite und -tiefe.


Einfach ließe sich sagen, dass Du mit einer hochliquiden Aktie eine insgesamt höhere Wahrscheinlichkeit haben wirst, dass deine jeweilige Order zum jeweils gewünschten Kurs ausgeführt wird – sei es eine Limit- oder Market Order.


Illiquide Aktien bergen die Gefahr, dass Limit Orders nicht ausgeführt werden oder Market Orders zu unvorteilhaften Kursen, ganz besonders Stop Loss Orders. Das hat besonders Auswirkungen in Bezug auf das sogenannte Chance-Risiko-Verhältnis, wobei unser Fokus stets und zuerst auf dem potenziellen Risiko eines Trades liegt. Lässt sich dieses nicht genau festlegen, ist ein Trade nur schwer umsetzbar und wenn, dann allerhöchstens mit deutlich reduzierter Positionsgröße.


Hinzukommt, dass ja bekanntlich bei jedem Trade Kommissionen anfallen und darüber hinaus der Spread eine Rolle in Bezug auf die Kosten eines Trades spielt. Und umso breiter dieser Spread in unserem Trade ist, desto kostspieliger ist der Trade für uns.


In meinem YouTube-Kanal findest du darüber hinaus ein kleines Video zum Thema Orderarten, was dir eventuell weiterhilft:




Verschiedene Arten des Aktien Daytrading


So, wir haben jetzt schon eine Menge an Informationen gesammelt und fühlen uns beim Blick auf die Handelsplattform eventuell nicht mehr ganz so überfordert.


Das führt uns zu einer nächsten, ganz wesentlichen Frage: was für ein Aktien Trader möchte ich denn überhaupt werden?


Es gibt verschiedene Arten des Aktienhandels, die jeweils auf unterschiedliche Risikoprofile, aber auch Lebensumstände zugeschnitten sind.


So können einige Handelsansätze sich primär für Menschen eignen, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen können und auch eine lange Aufmerksamkeitsspanne haben, während andere Menschen bspw. durch ihre beruflichen oder familiären Umstände nur ein paar Stunden pro Woche fürs Trading aufwenden können.


Eine einfache Möglichkeit, die verschiedenen Handelsansätze generell, für unseren Fall Trading-Stiel im Bereich Aktien, aufzuschlüsseln, ist die gehandelte Zeitebene, die festlegt, wie lange ein Trader eine Aktien-Position halten möchte.

Es gibt vier grundlegende Zeitrahmen, die ein Trader auswählen kann:

  • Intraday-Handel / Daytrading

  • Swing Trading

  • Positions-Trading

  • Investieren

Unser Fokus liegt in diesem Leitfaden auf den ersten dreien, nicht auf den Bereich „Investieren“.


Daytrading

Daytrading kann man sich im übertragenen Sinne, auf den Bereich Sport angewendet, wie einen Sprint vorstellen.


Ein Daytrader eröffnet und schließt Trades innerhalb eines Handelstages. Hierbei finden eine Vielzahl an Strategien Anwendungen, bspw. Scalp-Trades, Momentum Trades oder Intraday Swing Trades.


Wenn Du einmal einen konkreten Aktien Daytrade sehen möchtest, empfehle ich Dir als Beispiel folgendes Video, was ich diesbezüglich einmal nach einem Quartalsbericht in Facebook/Meta aufgezeichnet habe:



Im Daytrading geht es vor allem darum, kurzfristige Preisschwankungen zu handeln, im Scalping bspw. sich kleine Stücke aus einer Kursbewegung herauszuschneiden. Infolgedessen benötigt man im Daytrading nicht selten verhältnismäßig viel Kapital oder arbeitet mit einem Hebel um die sogenannte „Buying Power“ zu steigern und einen größeren Geldbetrag im Markt zu bewegen, als der Daytrader Geld auf seinem Konto hat. Das birgt neben Chancen, natürlich auch enorme Risiken, da auftretende Verluste innerhalb kürzester Zeit einen substanziellen, prozentualen Anteil am zur Verfügung stehenden Trading-Kapital haben können.


Viele Broker haben ausgehend hiervon sogenannte „Close Out“-Level, wo die Positionen im Falle zu großer Verluste automatisch geschlossen werden und den Daytrader vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, sollte dieser sich außerstande zeigen, seine Verluste eigenständig zu begrenzen.


Aktives Daytrading und die damit einhergehenden Chancen und Risiken erfordern kontinuierliche Aufmerksamkeit, schnelle Entscheidungsfähigkeit und ein tiefes, grundlegendes Verständnis kurzfristiger Marktbewegungen, sowie die Fähigkeit, Informationen sehr schnell zu verarbeiten.


Kurzum: in der Regel müssen Daytrader den ganzen Tag vor ihrem Bildschirm sitzen.


Swing Trading

Wenn Daytrading ein 100m Sprint ist, dann handelt es sich beim Swing Trading um einen 400m oder 800m Lauf.


Swing Trader halten Positionen mehrere Tage, manchmal sogar Wochen, um von kurzfristigen Preisschwankungen zu profitieren.


Nicht selten halten Swing Trader zudem mehrere Positionen gleichzeitig, antizipieren bestimmte Trends in den jeweiligen Aktien und nutzen untergeordnete Zeitebenen bzw. ihre Daytrading-Fähigkeiten, um ihre Positionen noch effektiver zu managen, sollten zum Beispiel bestimmte Zielregionen angelaufen werden.


Grundsätzlich ist beim Swing Trading zwar nicht ganz so viel Geschwindigkeit gefragt wie beim Daytrading, aber Swing Trading erfordert Geduld, strategische Weitsicht und ein Gespür für die Marktdynamik.


Auch Swing Trader sind nicht davor gefeit, einen Großteil ihrer Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen und ihre Positionen im Blick haben.


Die mir bekannten Top-Swing Trader verfügen nicht selten über die Fähigkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und viele Informationen zu analysieren und zu verarbeiten.


Positions Trading

Positionshandel kann man sich, bleiben wir bei unserer Leichtathletik-Analogie, als Marathon im Aktien Trading vorstellen. Ein Positionshändler hält eine Position über Monate oder sogar Jahre mit dem Ziel, von langfristigen Trends zu profitieren.


Ein Positionshändler gibt seinen Positionen im übertragenen Sinne „mehr Raum“ um sich zu entwickeln und handelt „das große Bild“.


Da sich solche großen Trends nicht von heute auf morgen entwickeln, sondern ihre Zeit brauchen um sich zu entwickeln, erfordert Positions Trading weitaus weniger Bildschirmzeit oder täglichen Fokus auf Kursbewegungen.


Dennoch muss ein Positionshändler eine solide Strategie entwickeln und qualitativ hochwertige Handelssignale erkennen und dann auch umsetzen, sobald sie sich ergeben.


Positionshändler sind meiner Erfahrung nach sehr analytische Menschen, die über die Fähigkeit verfügen Informationen tiefgreifend und mehrdimensional zu analysieren bzw. zu verarbeiten.


Aber egal ob Daytrading, Swing Trading oder Positionshandel: innerhalb jedes dieser Ansätze nutzen Trader sowohl Fundamentalanalysen als auch Technische Analyse, um Entscheidungen zu treffen.


Die vom Trader umgesetzten Setups sind vielfältig, fußen auf einem statistisch validierten Fundament, dass dem Trader Auskunft darüber gibt, dass er unter den jeweiligen Gegebenheiten einen Vorteil für seinen Trade hat – auf diese Trading-Setups gehen wir an einer späteren Stelle innerhalb dieses Leitfadens noch näher ein.


Chancen und Risiken im Aktien Daytrading


Der folgende Abschnitt dürfte vermutlich einer der wichtigsten Abschnitte im gesamten Leitfaden sein.


Denn egal ob Aktien, Indizes, Rohstoffe, Devisen, Crypto – beim Trading geht es unterm Strich um das Management von Risiken, das Abzielen auf solide Chancen, die diesen Risiken gegenüberstehen und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du auf der richtigen bzw. falschen Seite liegst.


Das in Kombination entscheidet darüber, ob du einen Vorteil hast und mit einem sogenannten, positiven Erwartungswert handelst (also profitabel bist) – oder eben nicht.


Klar sollte sein: Trading generell und somit auch mit Aktien, beinhaltet Risiken. Durch Kursschwankungen kann der Wert einer Aktie hin und her schwanken, potenzielle Gewinne können sich im Handumdrehen in erhebliche Verluste verwandeln – und vice versa.


Das gilt es für uns im Zusammenhang mit unserem Trading immer zu berücksichtigen und „Sicherheitsmechanismen“ einzubauen.


Profi-Trader sind in ihrem Trading immer und zuerst auf das potenzielle Risiko eines Trades fokussiert und arbeiten konsequent mit den weiter oben bereits eingeführten Stop-Loss-Orders.


Aber: Profis setzen diese Stops nicht einfach irgendwo, weil man das eben so macht, also: einen Stop zu setzen.


Nein, Profi-Trader platzieren diese Stop-Orders auf Niveaus, wo ihre Trade-Hypothese nicht mehr gegeben ist, sprich: wenn ein Trader auf steigende Kurse in einer Aktie setzt bzw. diese erwartet, stellt er sich die Frage, wo die Wahrscheinlichkeit steigender Kurse und somit eines Aufgehens seiner Hypothese nicht mehr gegeben ist – und dort liegt sein Stop und er löst die Position auf, wenn sie sich gegen ihn entwickelt.


Und natürlich macht es auch Sinn, eine Kursregion im Sinn zu haben, in welche man die gehandelte Aktie steigen sehen möchte und in welche man der Aktie Potenzial zugesteht zu steigen, um dann in Relation zum eingegangenen Risiko zu entscheiden, ob der Trade es wert ist (am besten in Kombination mit einer historischen Trefferquote für das jeweilige Setup, was man handelt um ausrechnen zu können, ob der Trade einen positiven Erwartungswert hat).


Das führt uns zur folgerichtigen Frage: „Wie bringe ich diese Risiken und Chancen in Einklang, damit ich in meinem Trading profitabel bin?“


Nun, zum einen sollte ich nicht nur wissen, welche Strategie ich handle und ob diese profitabel ist. Die Strategie sollte vor allem zu meiner Persönlichkeit passen.


Ich sollte mir über meine persönliche Risikotoleranz im Klaren sein, zudem wissen, was ich überhaupt plane zu handeln (also nicht in Bezug auf die Aktie, die sich natürlich günstigerweise mit dem favorisierten Handelsansatz ergänzt (handle ich bspw. Momentum wäre es schon gut, wenn ich eine Aktie mit einer soliden Grundvolatilität handle, die dann auch läuft und Momentum aufnimmt, wenn bspw. der Ausbruch erfolgt), zum anderen sollte ich aber auch gut mit solch einem Momentum-Handelsansatz bzw. – Strategie funktionieren).


In Bezug auf das Risiko spielt zudem die Positionsgröße in jedem meiner Trades eine wesentliche Rolle, die wiederum abhängig ist von meiner Stop-Weite.


Sprich: wenn ich einen bestimmten Betrag pro Trade willens bin zu riskieren, dann ist die Positionsgröße kleiner, wenn mein Stop weiter von meinem Einstieg weg liegt.


Hierzu mal ein konkretes Beispiel:

  • Nehmen wir an, Du willst eine Aktie zu 80 kaufen und siehst Potenzial bis 86.

  • Der Stop deiner Position liegt auf dem Punkt, wo Du für die Aktie nicht mehr Long sein wolltest und das soll 78 sein.

  • Hierdurch ergibt sich ein Chance-Verhältnis für deinen Trade von $6 : $2 oder 3 : 1

  • Nun willst Du 100 USD riskieren

  • Dein Risiko beträgt 2 USD pro Aktie, ergo kannst du 100 USD : 2 USD = 50 Aktien zu 80 USD kaufen.

Das führt uns zu einigen einzuführenden begriffen, wobei wir den ersten Begriff bereits eingeführt haben:


Chance-Risiko-Verhältnis

Wie Du bereits erkannt hast, ist das Chance-Risiko-Verhältnis eine Kennzahl, die das von dir erwartete Verhältnis von Chance zu Risiko für deinen Trade berechnet.


Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt: beim Chance-Risiko-Verhältnis handelt es sich um eine rein fiktive Größe, sprich: Du weißt nicht, ob der Trade dein Ziel erreicht, vielleicht sogar weiterläuft. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist in meinem Trading vor allem dafür da, um mich davor zu bewahren, eine schlechte Wette einzugehen bzw. diesbezüglich ein erster Filter.


Bei meiner Analyse möchte ich Trades machen, bei einen ich potenziell ein Vielfaches dessen gewinnen kann, als ich ursprünglich als Risiko eingehe.


Kann ich das ergänzen mit einer historischen angemessenen Trefferquote, die mir einen positiven Erwartungswert ausgehend von meinen Aufzeichnungen beschert und die Wette bzw. der Trade somit profitabel ist, habe ich einen Trade zu machen. Falls nicht, halte ich die Füße still und warte auf eine bessere Gelegenheit.


Damit sind wir bei der


Trefferquote

Das ist eine selbsterklärende Begrifflichkeit: wie oft liege ich in meinem Trading auf der richtigen Seite. Das ausgedrückt in Prozent liefert uns die Trefferquote.


Erwartungswert

Die folgende Formel ist die vielleicht wichtigste Formel, die Du im Laufe deiner Trading-Karriere jemals sehen wirst. Dir muss diese Formel in Fleisch und Blut übergehen, Du musst Sie verstehen, studieren und deine Trades immer basierend auf dieser Formel eingehen bzw. nachbetrachten.


Erwartungswert = (Trefferquote * durchschnittlicher Gewinn) – (Verlustquote * durchschnittlicher Verlust) > 0


Diese Formel sagt dir, ob Du in deinem Trading profitabel bist, denn: Profitabilität im Trading heißt nichts weiter, als dass der Erwartungswert Ihres Tradings positiv, also größer 0, ist.


Das Ziel bei jedem deiner Trades und bei jeder Trading-Entscheidung ist es dafür zu sorgen, dass das Ergebnis dieser Rechnung immer positiv ist, denn das garantiert, dass wir auf langfristige Sicht mit unserem Aktien Trading Geld verdienen.


Wenn wir die Formel genau betrachten, wird klar, dass der Erfolg beim Trading nicht nur über die Trefferquote bestimmt wird.


Und da uns klar ist, dass wir diese Trefferquote eines Handelsansatzes im Großen und Ganzen nur bedingt, wenn überhaupt, beeinflussen können, müssen wir im Umkehrschluss dafür sorgen, dass unsere durchschnittlichen Gewinner größer sind als unsere durchschnittlichen Verluste und hierüber einen positiven Erwartungswert generieren – was dann auch erklärt, warum Trading-Koryphäen, deren Interviews Du bspw. in der Serie „Magier der Märkte“ gelesen hast, immer wider „Lasse Gewinner laufen, begrenze Verluste“ herunterbeten.


Aber auch, wenn es nicht möglich ist vorherzusagen, ob der nächste Tick in einer Aktie auf- oder abwärts sein wird, so ist es dennoch möglich, mit etwas Geschick und Marktverständnis die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, auf der richtigen Seite in unserem Trade aufzuwachen.


Und unsere Aufgabe besteht dann im Großen und Ganzen darin, einen Großteil der folgenden Bewegung „Mitzunehmen“ bzw. unseren Verlust konsequent zu begrenzen und den Trade rauszunehmen, wenn sich der Markt eben nicht wie erwartet und mag es auch noch so vielversprechend ausgeschaut haben, entwickelt.


Wenn du eine tiefergehende Betrachtung zum Thema „Erwartungswert“, aber auch zur Thema Trading-Psychologie und dem Zusammenspiel dieser beiden Bereiche wünscht, dann ist dieses Tutorial eventuell für dich von Interesse:



Ok, das grundlegende Fundament des Risiko- und Money Managements steht damit, nun wollen wir uns mit einigen Analyse-Werkzeugen für unser Aktien Trading beschäftigen.


Im zweiten Teil des ultimativen Leitfadens zum Aktien Daytrading geht es um Technische Analyse, Fundamentalanalyse und was Du benötigst, um im Aktien Daytrading erfolgreich zu sein.

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