DAX unter Druck - EZB liefert und dann auch irgendwie nicht


(JK-Trading.com) – Die EZB hat, wie erwartet, für einiges an Volatilität im DAX gesorgt, interessanterweise aber keine neuen Jahreshochs geliefert.

Nachdem die um 13:45 Uhr veröffentlichte EZB-Leitzinsentscheidung und das Statement weitere geldpolitischere Lockerungen im September in Aussicht stellte (Leitzinssenkung auf -0.10% oder auch eine Wiederaufnahme des Anleiheaufkaufprogramms), sorgte die Formulierung von Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz, dass die Währungshüter zumindest heute keine Zinssenkung diskutiert hätten, für Ernüchterung unter den DAX-Bullen.


Folgerichtig kam es zu einer nahezu kompletten Korrektur der bis dato aufgelaufenen Wochengewinne und der DAX setzte zu einem Test der 12.300er Region an, nachdem die gestern thematisierte signifikante Unterstützungsregion um 12.440/460 Punkte nicht verteidigt werden konnte.


Allerdings: aufgeschoben heißt in diesem Zusammenhang wohl nicht aufgehoben. Das EZB-Statement hat besonders im Hinblick auf den sehr schwachen Inflationsausblick für die Euro-Zone in meinen Augen die Tür für eine deutliche geldpolitische Lockerung im September weit aufgestoßen.


Das Problem: es handelt sich hierbei zunächst nur um eine Spekulation. Und solange sich hier die Anzeichen nicht deutlich verdichten, dass die EZB im September dann auch wirklich liefern wird, scheint es am wahrscheinlichsten, dass sich der DAX im einen grundsätzlich sehr choppigen Modus präsentieren dürfte.


Kurzfristig und in den Wochenschluss sehe ich den DAX auf der Oberseite im Bereich um 12.440/460 Punkte gedeckelt.


Auf der Unterseite könnte ich mir, sollte die Skepsis bzgl. weiterer geldpolitischer Stimuli seitens der EZB wachsen, eine nochmalige Attacke auf die 12.300er Region zwar vorstellen.

Aber nicht vergessen werde sollte, dass am kommenden Mittwoch mit der FED eine weitere Notenbank geldpolitisch locker auftreten dürfte und deren Aktien-freundliche Haltung eher für eine Stabilisierung im Aktienberiech, auch diesseits des Atlantiks, sorgen dürfte.