MARK UP-MODELL VS. CORE-SPREAD

Aktualisiert: 4. Jan 2019

Bereits die Klärung der Frage „Was ist überhaupt ein Mark Up bzw. Core-Spread?“ lässt viele Rückschlüsse zu und illustriert sehr gut, wo die Vorteile des Core-Spread-Modells liegen.


Mark Up-Modell


Beim Mark Up-Modell sind bereits alle Kosten im Spread enthalten.


Das bedeutet etwas anders: der Broker, der ein solches Mark Up-Modell anbietet, nimmt den Core-Spread und schlägt die Kommission in Pip umgerechnet auf die Geld- bzw. Briefseite auf.


Hierdurch kommt es auf ganz natürlich Weise zu einer Ausweitung des Spreads oder anders: die Geld-Seite liegt im Vergleich zum Core-Spread niedriger, die Brief-Seite höher.


Core-Spread


Beim Core-Spread handelt es sich ungefiltert um den vom Liquiditätsanbieter zur Verfügung gestellten Geld- bzw. Briefkurs.


Handelst du auf diesen Kurs, stellt dir dein Broker eine Gebühr/Kommission in Rechnung, die separat von deinem Konto abgebucht wird.


Zunächst eine vereinfachte Grafik, wie u dir das Mark Up-Modell im Vergleich zum Core-Spread-Modell vorstellen kannst:


Wenn du dir nun denkst „Gut, der Unterschied ist doch lediglich in der Darstellung des Preises zu suchen, ansonsten sind die Kosten doch gleich“, dann irrst du…


Zum Beispiel besteht beim Mark Up-Modell für den Broker die Möglichkeit dir „versteckt“ höhere Trading-Kosten in Rechnung zu stellen:


Broker A arbeitet mit einem Mark Up-Modell, hat einen Durchschnitt-Spread im EUR/USD von 1,5 Pips.


Bei einem Pip-Wert von 9,01 Euro pro 100.000 Einheiten EUR/USD entspricht dies Kosten pro Trade (Spread + Kommission) von 9,01 Euro * 1,5 = 13,51 Euro.


Broker B hat verfügt über ein Core-Spread-Modell mit folgenden Eckdaten: Durchschnitts-Spread von 0,25 Pips im EUR/USD und 4 Euro Kommission Roundturn-Gebühr pro gehandeltem Lot.


Kosten Broker B = (⌀-Spread * Pip-Wert) + Kommission Roundturn = (0,25 Pips * 9,01 Euro) + 4 Euro = 2,25 Euro + 4 Euro = 6,25 Euro


Die Kostenersparnis ist signifikant, beträgt 7,26 Euro pro Trade.


Und die mit dem Mark-Up-Modell verbundenen höheren Kosten fallen konstant an, wie folgende Grafik der Seite FXBlue.com deutlich illustriert, in rot ein Mark Up-Modell in grün ein Core-Spread-Modell:


Noch imposanter können die Performance-Unterschiede der gehandelten Strategie ausfallen, einfach deshalb, weil die unnatürliche Spread-Ausweitung im Mark Up-Modell in bestimmten Marktumfelden dazu führt, dass Trades „ungünstig“ ausgestoppt werden, Take Profits oder Limit Orders nicht erreicht werden.


Um folgende Grafiken besser verstehen zu können vergegenwärtige man sich zunächst, dass ein Mark Up-Spread auf natürliche Weise einen unattraktiveren, niedrigeren Geld-Kurs und einen unattraktiveren, höheren Brief-Kurs beinhaltet.


Mache dir auch klar, dass ein Take Profit einer Long-Position zum Geld-Kurs ausgeführt wird, der Take Profit einer Short-Position zum Brief-Kurs.


Anders: der Markt muss im Fall einer Long- bzw. Short-Position deinerseits zum Erreichen des Take Profits beim Mark Up-Modell länger laufen, um dein Ihr Ziel zu erreichen.


Tatsächlich ist es in schnellen Marktumfelden (Veröffentlichung von wichtigen Arbeitsmarktdaten, Notenbanksitzungen, etc.) nicht selten so, dass Trader, die auf einem Core-Spread-Modell handeln Ihre Trades ins Ziel bringen, während Mark-Up-Spread-Trader um wenige Pips ihr Ziel verfehlt sehen.


Gleiches gilt übrigens auch umgekehrt beim Erreichen von Stop-Loss-Ordern oder gesetzten Limit Buy- oder Limit Sell-Ordern.   


Folgende Grafiken sollen meine Zeilen für eine Long-Position illustrieren:


(Nicht-)Erreichen des Take Profits

(Nicht-)Erreichen des Stop Loss:




Das mir dann sehr häufig entgegengebrachte Argument, warum ein Trader trotzdem auf dem Mark-Up-Modell verweilen möchte, ist etwas umformuliert „Bequemlichkeit“:


„Ja, aber im Mark Up-Modell sind doch alle Kosten bereits einberechnet…“


Aber: obige Zeilen zeigen sehr klar, dass deine Bequemlichkeit hinten anstehen sollte wenn es um Kostenersparnis bei den Kommissionen geht und erst recht, wenn es um potentiell deutliche Performance-Einbußen geht (ganz besonders bei kurzfristig agierenden Tradern/Scalpern), oder?


Zum Abschluss wollen wir uns noch einmal die Erkenntnisse der vorherigen Artikel in einer Zusammenfassung anschauen.