Digitale Vermögensverwaltung: was ist meine persönliche Risiko-Präferenz?


Nachdem wir uns im vorigen Blog-Artikel der Frage gewidmet hatten, was Robo Advisors, digitale Vermögensverwaltungen oder auch Managed Accounts sind, wollen wir uns im Folgenden einem ganz wesentlichen Aspekt bei Investments generell widmen: dem Risiko.

Denn egal ob man sich für eine Anlage in einem Robo Advisor oder ein Managed Account entscheidet, damit beide digitale Vermögensverwaltungsangebote arbeiten können, müssen diese zunächst mit Daten des Anlegers bzw. dessen Risikoprofilgefüttert“ werden.

Grundsätzlich gilt es sich im Zusammenhang mit der Vermögensanlage folgendes klar zu machen:

Es wird stets einen Zielkonflikt geben!

Damit ist folgendes gemeint: die drei Hauptfaktoren bei der Geldanlage sind

  • Rendite

  • Risiko

  • Liquidität

Nun gibt es keine Vermögensanlage, die alle drei Kriterien voll erfüllt.


So geht der Wunsch nach hoher Rendite gemeinhin mit einem hierzu relativ hohen Risiko einher.

Gleiches gilt im Zusammenhang mit dem Punkt ‚Liquidität‘, also der Möglichkeit die Anlage jederzeit zu einem fairen Wert veräußern zu können.

Solche illiquiden Vermögenswerte (z.B. außerbörslich gehandelte Beteiligungen wie ein Rendite-versprechendes Immobilienprojekt in Griechenland) können zwar attraktivere Rendite-Aussichten im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen haben.

Deutsche Staatsanleihen können allerdings, da börslich gehandelt, nahezu jederzeit veräußert werden und beinhalten ausgehend von der hohen Bonität der Bundesrepublik Deutschland ein vergleichsweise geringes Risiko.

Um nun herauszufinden, wie das persönliche Risikoprofil eines Anlegers ausschaut, gilt es die Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft eines Anlegers zu identifizieren.

Abhängig davon, welcher der beiden Werte dann der niedrigere ist, ergibt sich die Anlagestrategie des Investors.

Hat der Anleger bspw. ein breites Risikoprofil, wird die Anlagestrategie deutlich Risiko-lastiger ausfallen mit dem Ziel durch bewusst höhere Risiken eine langfristig höhere Rendite zu erzielen.

Risikofähigkeit

Grundsätzlich gilt in Bezug auf die Risikofähigkeit, dass diese umso höher ausfällt, desto

  • jünger der Anleger ist

  • länger der Anleger das Geld nicht benötigt (auch bezeichnet als „Anlagehorizont“)

  • weniger man auf das anzulegende Vermögen angewiesen ist

  • größer die Ersparnisse des Anlegers und seine erwartete Sparquote ist

  • geringer die finanziellen Verpflichtungen/Fixkosten des Anlegers sind

Risikobereitschaft

Nichtsdestotrotz, ist die Risikofähigkeit nur ein Teil der Gleichung, beantwortet nicht die Frage, ob ein Anleger nicht bereit ist bewusst Risiken einzugehen bzw. diese eventuell vermeiden möchte.

Grundsätzlich ist die Risikobereitschaft eines Anlegers von seiner Persönlichkeit bzw. von seinem Charakter abhängig.

Schauen wir im Folgenden zur besseren Illustration auf die Zusammenführung von Risikofähigkeit und Risikobereitschaft und was mit „tieferem Wert“ gemeint ist.


Ergänzend schauen wir anhand der grafisch aufbereiteten %-Zahlen eine Idee, in welchem Bereich sich die Rendite-Erwartung eines Anlegers in einem indikativen Investment-Portfolio bewegen würde:

Die Grafik setzt die Risikofähigkeit eines Anlegers ins Verhältnis zu seiner Risikobereitschaft.

  • Anleger A sei bspw. ein eher älterer Herr (zwischen 60 und 70 Jahren), der eine niedrige Risikobereitschaft bei seinen Investments hat, ein indikatives Investment-Portfolio mit einer Rendite-Erwartung zwischen 0 – +3%, eventuell leichter Tendenz in Richtung -2 bis +5% hat, sich demnach einen eher geringen Anteil schwankungsintensiver Anlageformen in seinem Portfolio wünscht.

  • Anleger B hingegen darf als risikofreudig bezeichnet werden. Hier gehen wir bspw. von einer Mutter zwischen 30 und 40 Jahren aus, gutverdienend und bereit Risiken einzugehen um eine höhere Rendite mit ihren Investments zu erzielen und demnach einen höheren Anteil von Aktien z.B. aus dem Technologie-Sektor gegenüber nicht abgeneigt ist. Auf der Kehrseite wünscht sie sich aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit im Hinblick auf ihre Kinder. Ausgehend hiervon ergibt sich ein indikatives Investment-Portfolio mit einer Rendite-Erwartung zwischen -7 – +10% und -12 bis +16%.

  • Anleger C ist jung, durch eine Erbschaft bereits vermögend, dennoch nicht bereit große Risiken einzugehen. Auch er würde ein indikatives Investment-Portfolio mit einer Rendite-Erwartung zwischen 0 – +3%, mit leichter Tendenz in Richtung -2 bis +5% bevorzugen, demnach einen eher geringen Anteil schwankungsintensiver Anlageformen in seinem Portfolio wünschen und wäre als sicherheitsorientiert einzustufen.


  • Anleger D wiederum ist zwar risikobereit, aber bspw. durch sein Alter und/oder finanzielle Verpflichtungen und eine geringe Sparquote für risikobehaftete, schwankungsintensive Anlageformen nicht geeignet. Grundsätzlich wäre ein sicherheitsorientiertes bzw. -basiertes Portfolio zu empfehlen, bei entsprechendem Wunsch des Anlegers könnte man einen ausbalancierten Aktien-Anteil , der einem indikativen Investment-Portfolio zwischen -7 – +10% entspricht einstreuen, um einem indikativen Investment-Portfolio zwischen -2 bis +5% und -7 – +10% zu entsprechen.

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Im nächsten Blog-Artikel erhältst du einen Fragen-Katalog anhand welchem du dein persönliches Investment-Risikoprofil erstellen kannst.

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