Bist du ein FOMO-Trader?

Aktualisiert: 26. Juni 2020


Der heutige Blog-Artikel solch sich einem allseits bekannten Phänomen, welches prädestiniert scheint im Trading aufzutreten, widmen: FOMO.


Die Idee zum folgenden Blog-Artikel kam mir, nachdem ich eine E-Mail erhalten hatte, die wie folgt begann:


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Guten Abend Herr Klatt,


ich habe nun wirklich wieder einmal eine Frage an Sie.


Einige meinen ich sollte mich auf mehrere Währungspaare konzentrieren, doch am Ende des Tages bei meiner abendlichen Marktbeobachtung und Eintragung ins Trading Journal merke ich wie viele Signale ich bei meinem Lieblingspaar übersehen habe weil ich nicht wusste wohin ich als erstes schauen soll.


Das wurmt mich nun schon langsam so richtig, und natürlich sollte ich auf mein Bauchgefühl achten.


Die Meinung ist, dass wenn man sich auf ein Paar konzentriert es in ruhigen Zeiten zu wenig Trades kommt.


Nun schreibe ich seit Wochen täglich Berichte über GBPUSD. Darin vermerke ich die Range, Signale anhand von EMA’s Bounces, Divergenzen,….


Alleine heute hat der Signale ohne Ende gegeben. Sie schreiben ja in Ihrem Buch man sollte am Anfang den Fokus auf weniger Paare legen.


Ist das so eine Art Gier nichts verpassen zu wollen, wenn man überall gleichzeitig sein möchte?

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Kennst du das auch?


Frust ausgehend von der Tatsache, ein Handelssignal und somit einen Trade nicht gemacht zu haben?


Keine Sorge, du bist hier offensichtlich nicht alleine.


Dieses Phänomen, Angst zu haben etwas zu verpassen (oder Englisch: Fear Of Missing Out, kurz: FOMO) ist absolut natürlich und menschlich und wir wollen im Folgenden versuchen, dieser kognitiven Verzerrung mit rationalen Lösungsvorschlägen etwas besser Herr zu werden.


Zunächst gilt es ‚FOMO‘ genauer zu definieren, Wikipedia schreibt hierzu:


„Die Fear of missing out (dt.: Angst, etwas zu verpassen, Akronym FOMO) ist eine Form der gesellschaftlichen Beklemmung/Angst/Besorgnis. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge, eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben. Dieses Gefühl geht besonders mit modernen Technologien wie Mobiltelefonen und sozialen Netzwerken einher bzw. wird von diesen verstärkt.[…]“


In Bezug aufs Trading wird offensichtlich, wie FOMO auftreten wird: die Sorge, ein befriedigendes Gefühl (=gewinnbringender Trade) zu verpassen.


Erinnere dich hierzu einfach mal an deine emotionale Verfassung, als es in Bitcoin oder in anderen Krypto-Währungen nahezu parabolisch aufwärts gegangen ist.


Ich kann mich an diese Zeit Mitte/Ende 2017 z.B. sehr gut erinnern: ich habe bereits Anfang 2014 erste Interviews zu Bitcoin gegeben (damals notierte Bitcoin bei etwa 200 USD) und war sehr skeptisch, meine Einschätzung bzw. Analyse war nicht sonderlich rosig.


Während sich einige meiner Sorgen und Zweifel hinsichtlich krimineller und betrügerischer Machenschaften im Krypto-Bereich (Geldwäsche, Pump-and-Dump) bestätigt haben, ist der Innovationsgrad der Blockchain-Technologie, besonders durch die mathematische Eleganz, allerdings unbestreitbar, von der Kursentwicklung und den fantastischen Rendite-Möglichkeiten, wenn man zur richtigen Zeit eingestiegen ist, mal ganz zu schweigen…


Und demnach sah ich mich zur damaligen Zeit mehr als einmal mit dem Gedanken konfrontiert, bei 10.000 USD und höher noch zuzuschlagen, um den Zug nicht zu verpassen – was ich allerdings glücklicherweise nicht tat.