Ich bin dagegen - und unprofitabel...

Aktualisiert: 12. Juli 2019

Im ersten Artikel unserer neuen Serie „7 Eigenschaften unprofitabler Trader“ haben wir uns der zumeist zu hohen Handelsfrequenz unprofitabler Trader gewidmet.


Im zweiten Artikel wollen wir uns einer ebenfalls häufig beobachteten „Unart“ unter unprofitablen Tradern widmen:


Unprofitable Trader sind häufig gegen den Trend unterwegs


Auch diese Aussage mutet ähnlich offensiv an, wie unsere Handelsfrequenz-These im ersten Artikel.


Doch Aufzeichnungen über lange Zeitintervalle zeigen recht deutlich, dass diese These ihre absolute Daseinsberechtigung hat.


In meinem ersten Buch „Forex Trading“ habe ich diesbezüglich bereits eine Grafik genutzt, die ich dann auch noch einmal in meinem zweiten Buch „Trader“ aufgegriffen habe:



Bei diesem Chart handelt sich um eine Aufarbeitung offener Positionen der live (also mit realem Geld) handelnden Kunden beim jeweiligen Broker, sprich:


der jeweilige Sentiment-Indikator misst die Anzahl aller offenen Long- und Short-Positionen im jeweiligen Währungspaar bzw. im handelnden Produkt und setzt diese dann ins Verhältnis.


Sind die Balken nun nach unten gekehrt und rot bedeutet das, dass die betrachteten Positionen einen „Short-Überhang“ haben, offensichtlich in einem klaren Aufwärtstrend, der sich durch eine Sequenz steigender Hochs und Tiefs kennzeichnet.


Die Gründe für dieses offensichtlich stark ausgeprägte, antizyklische Verhalten sind vielschichtig und tiefgründig und werden in einiger Tiefe in den folgenden Artikeln dieser Serie thematisiert, finden sich z.B. in der menschlichen Tendenz zur Verlust-Aversion oder dem unbedingten Willen Recht haben, statt Geld verdienen, zu wollen.


Grundsätzlich wollen wir es uns an dieser Stelle zunächst einfach machen und einen Hauptgrund für Unprofitabilität im Trading mit der Aussage


Unprofitable Trader sind häufiger gegen den Trend als mit diesem unterwegs


zusammenfassen.


Einen ersten Schritt um dieser "sich-gegen-den-Trend-positionieren-wollen"-Tendenz entgegen zu wirken, lässt sich machen, indem man einen Glaubensgrundsatz für sein persönliches Trading formuliert, der beinhaltet, dass Profitabilität im Trading nicht aus dem richtigen Vorhersagen von Hochs und/oder Tiefs resultiert.


Stattdessen liegt das Hauptziel beim Trading darin, sich mit dem Markt bzw. Flow bzw. Trend zu bewegen und nicht versuchen gegen die Stromrichtung zu paddeln.


Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt: es gibt mit Sicherheit profitable, antizyklische Handelsstrategien.


Diese sollten aber primär erfahrenen Händlern vorbehalten sein, da solche Handelsstrategien nicht selten ein tiefes Marktverständnis und ungeheure Disziplin erfordern.


Im nächsten Artikel wollen wir uns dann der weiter oben bereits erwähnten „Verlust-Aversion“ widmen.


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