Der Weg zu deinem ersten Trade: was du beachten solltest

Aktualisiert: 16. Juli 2020


Nachdem wir im Blog-Artikel vergangene Woche einen Blick auf meine ersten beiden Trades geworfen haben und ich dir Tipps gab, was du nicht tun solltest, wollen wir diese Woche einen Ablaufplan für deinen ersten Trade formulieren.

Ergänzend zu den ersten Schritten empfehle ich dir auch noch einmal die beiden Blog-Artikel und PodcastsDie 10 Geheimnisse erfolgreicher Trader - Teil 1“ und „Die 10 Geheimnisse erfolgreicher Trader - Teil 2

Der Weg zu deinem ersten Trade: was du beachten solltest

1) Wähle zunächst einen Markt aus, den du handeln möchtest

Während mein Hauptmarkt schon seit vielen Jahren auf dem DAX liegt und ich mir einbilde, dass ich den DAX und seine Eigenarten recht gut kennen dürfte, ich ausgehend hiervon auch mein DAX-Projekt in diesem abwickle, würde ich einem Anfänger erst einmal vom DAX abraten.

Die Bewegungen im sind teilweise sehr schnell und erratisch, wenn man so möchte: der DAX ist ein Biest!

Ausgehend hiervon würde ich einem Beginner empfehlen mit Devisen zu beginnen und hier mit einem „Major“, z.B. dem EURUSD oder USDJPY.

Der Grund hierfür ist, dass diese Major-Devisenpaare eine hohe Liquidität, Marktbreite und Markttiefe aufweisen.

Das führt dazu, dass diese zum einen recht trendstabil sind, sobald sich ein Trend entwickelt hat. Devisen haben alles in allem meiner Erfahrung nach „weiche Tendenzen“ bzw. eine „weiche Struktur“ und sind somit für einen Beginner „stressfreier“ zu handeln.

Apropos „Stress“: als Anfänger solltest du nicht gleich mit dem Daytrading und mehreren Trades am Tag beginnen.

Handle stattdessen eine übergeordnete Zeitebene wie die Stunde oder den 4-Stundenmodus und gib dir die Möglichkeit den Trade in seiner Entwicklung auf dich wirken lassen zu können, aber auch deine Emotionen zu beobachten, zu fühlen.

Mit zunehmender Erfahrung kannst du dann die Zeitebenen wechseln, aktiver traden und mehrere Märkte in dein Handel einfügen.


2) Research oder: mache deine Hausaufgaben

Sobald du deinen zu handelnden Markt ausgewählt hast, geht es an die Analyse.

Diese beinhaltet nicht selten eine Chartanalyse, sollte aber dennoch um weitere Betrachtungen erweitert werden, z.B. die Beantwortung der Fragen „Wie schaut das fundamentale Bild aus?“ oder „Wie stellt sich die Positionierung der Marktteilnehmer, das sogenannte Sentiment (bspw. messbar via des Commitment of Traders Report (CoT)) dar?" oder auch „Welche Nachrichten stehen an?“.

Hilfreich ist hier eventuell ein Blick in das Research auf meiner Webseite oder auch ein Blick in mein Morning Meeting.

3) Die Platzierung des Trades

Sobald du ausgehend von deiner Analyse zu einer Einschätzung gekommen bist, platzierst du deinen Trade.

Identifiziere hierzu einen Einstiegspunkt, ein Ziel, aber auch jenen Punkt, an dem deine Idee nicht mehr gegeben ist (also: wo liegt dein Stop).

Achte darauf, dass das Verhältnis von Chance zu Risiko mindestens 1.5 zu 1, eher 2 zu 1 beträgt, sprich: wenn du 100 Pips Risiko eingehst, ziele mindestens auf 150, eher 200 Pips als Ziel ab.

Bevor du den Trade platzierst, solltest du auch die für dich optimale Positionsgröße bestimmen.

Wichtig ist hierzu natürlich deine persönliche Risikoneigung zu kennen, sprich: wie viel Euro bist du bereit zu riskieren.


Zu empfehlen ist eine Positionsgröße, sodass dein Risiko in Euro 1% deines Handelskontos nicht übersteigt, sprich:


wenn du ein 10.000 Euro Handelskonto hast, solltest du mit einer Position ein Euro-Risiko von 100 Euro nicht überschreiten.

Berechne dann ausgehend von deinem Einstieg und Stop die Differenz und berechne ausgehend vom

Konkret: planst du EURUSD bei 1.1000 zu kaufen und dein Stop liegt bei 1.0870, beträgt dein Risiko 130 Pips.

Wenn du nun in deinem 10.000 Euro Konto ein Risiko von maximal 100 Euro für diesen Trade eingehen willst und der Pip-Wert beträgt pro Lot 9 Euro solltest du eine Positionsgröße von maximal 0.08 Lot oder 8 Micro-Lot wählen:

(100 Euro Risiko) / (130 Pips Risiko * 9 Euro Pip-Wert pro Lot) = 0.08 Lot Positionsgröße